Juli 6

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Mein Gravelbike und meine Faszination

Von Peter

Juli 6, 2021


Radfahren neu entdecken

Biketour zum Rhein und darüber hinaus, mal ohne „Gravel“

Das frühsommerliche Wetter lockt. Schon viele Kilometer habe ich auf meinem letztes Jahr gekauften Gravelbike, dem Specialized Diverge Sport Carbon, abgespult… und bin immer noch fasziniert.

Fahrräder sind aktuell schwer zu bekommen, manche sind schon vor dem Verkaufsstart vergriffen, andere werden nicht ausgeliefert – nicht einfach, sein Wunschrad kaufen zu können und natürlich beim Händler testen zu können. An dieser Stelle Dank an den Bunnyhopshop in Bruchsal, die es geschafft haben, mir in kurzer Zeit ein Rad zu besorgen.

Specialized Diverge

Mein geliebtes Gravelbike – Speci in Gelb

Ich hatte letztes Jahr Glück. Mein Wunschbike, ein Specialized Diverge Sport Carbon, war relativ schnell verfügbar. Vielleicht lags an der Farbe Gelb (gloss brassy yellow-sunset yellow-chrome-clean), die kein Anderer wollte?

Wie auch immer, ich habe viele Erfahrungen damit gesammelt und bin auch schon einen Winter durchgefahren. Es gibt spezielle Schutzbleche von Specialized, die einfach zu montieren sind und gut funktionieren, da sie sehr lang konstruiert sind.

Beim Licht habe ich mich für eine mobile Lösung (Front: Busch + Müller Ixon Space) entschieden, die ich auch beim MTB verwenden kann. Mein Ausrüstungsziel für dieses Jahr sind noch einige Packtaschen (Bikepacking), damit ich auch mal übernachten kann, auf Camping -oder Trekkingplätzen. Da bin ich noch auf der Suche, welches System mich überzeugt und vor allem, nicht zu teuer ist. Reiseräder gibt es schon lange, aber der momentane Gravel-Bikepacking-Boom führt zwar zu vielen tollen Angeboten, die Preise sind aber teilweise schon heftig. Im Moment tendiere ich zu einer Mischung aus Topeak und Ortlieb, die beide recht durchdachte Taschen anbieten.

Specialized Diverge Gravelbike

Das Besondere am Diverge

Der Kompromiss aus Preis, Ausstattung und Features führte mich zum Diverge Sport Carbon. Es hat bereits einen Carbonrahmen, der leicht ist und das einfache Future Shock System 1.5. Zwei für mich wichtige Features. Was fehlt ist das SWAT-Fach (Rahmenfach für kleinere Dinge wie Schlauch, Riegel, Tool, etc.) Ich wollte aber einfach nicht mehr als 3000.- EURO ausgeben, da war noch kein „Handschuhfach“ inbegriffen.

Was ist toll an dem Rad? Zweifelsohne die Wohlfühlgeometrie aus Spritzigkeit und Laufruhe und das (wenn auch ungedämpfte) Lenkerfederungssystem Future Shock. Locker und schnell über alle Arten von Strassenbelägen brettern, Feldwege cruisen und auch einfache MTB-Trails surfen sind möglich. Dieses Rad macht einfach alles mit. Durch meine langjährige MTB-Erfahrung traue ich mir mit dem Diverge auch kleine downhills zu, bergauf reicht irgendwann die Übersetzung nicht mehr, noch steiler zu fahren. Die Ausstattung ist, wie bei Specialized üblich, für den Preis eher mittelmäßig aber funktional. Dafür gibts die erwähnten „Spezialitäten“ und einen wunderschönen Carbonrahmen, der zudem noch mit zahlreichen Montagemöglichkeiten für Flaschen, Taschen und Schutzbleche glänzen kann.

Unglaublich gut ist die Wirkung der Lenkerfederung, die nominell zwar nur 20 mm federt, aber genau diese reichen, um fast alle kleinen Unebenheiten wegzufiltern. Ich habe schon öfters mit Anderen ähnliche Bikes getauscht und wieder festgestellt, wie genial dieses System ist.

Specialized Diverge Detail
Diverge Specialized Schriftzug

Alle Wege sind möglich

Diese Konfiguration und die erwähnten Features führen dazu, dass der Einsatzbereich mit diesem Rad unglaublich groß ist. Klingt blöd, aber ich habe mit dem Rad meine Heimat neu kennengelernt. Alle Wege, die mit einem MTB zu langweilig sind, inklusive aller Strassen sind souverän befahrbar und machen unglaublichen Spaß. Die Rennradgeometrie ist nicht zu extrem, so dass man nach der Tour keinen Physiotherapeuten aufsuchen muss. Alle Wege machen Spass, extrem Spass. Einfach Riegel und Wasser einpacken, Smartphone mit Karte andocken und losfahren, Wohin? Egal, das ergibt sich, weil alle Wege möglich sind. Keine Einschränkungen wegen zu schmaler, hart aufgepumpter Reifen oder Gerüttel am Lenker. Ja, ich bin begeistert.

Jetzt, wo uns die Entwicklung der Pandemie langsam wieder mehr Freiheiten gestattet, freue ich mich schon auf Touren mit Minimalgepäck, einfach treiben lassen. Mein Schlaf-Setup soll noch etwas leichter und kleiner werden. Aktuell habe ich ein leichtes 2-Personen MSR Hubba-Hubba MX und wahlweise eine Hängematte mit Tarp zur Verfügung. Eine leichtere Isomatte wäre noch von Vorteil, vor allem wegen des Packmaßes, aber losfahren kann ich trotzdem. Eine genauere Auflistung und Erläuterungen zu meiner Camping-Ausrüstung findet Ihr in einem anderen Artikel.

Rheintour mal ohne Gravel, dafür mit Rennradreifen

Am Wochenende habe ich mal ein Experiment gewagt: ich hatte noch einen Laufradsatz herumliegen, den ich mit Conti Strassenreifen bestückt habe. Klar, das rollt noch leichter und man ist nicht nur gefühlt schneller. Aber mir fehlt der Komfort auf schlechten Radwegen, Strassen und Wegen. Mein gefahrener Schnitt ist damit höher, aber das hat mich noch nie interessiert. Ich halte auch für Blümchen am Weg an, die Eisdiele sowieso, es gibt so viel zu entdecken.

Specialized Profil


Vor allem beim Fahren auf Waldwegen sieht man Unglaubliches an Pflanzen, Tieren und Kuriositäten. Die Tour führte uns über den Rhein nach Bad Bergzabern, zum Weintor und über den Bienwald zurück. Der Fokus lag auf asphaltierten Strassen und Wegen. Eine wunderbare Tour, mal ohne „Gravel“, aber mit Topwetter -und Temperaturen.

Kleine Teileliste für Interessierte:

Eggbeater3 von Crankbrothers
  • Minipumpe von Lezyne: CNC HP Drive Minipumpe
  • Schuhe: alte von Specialized
  • Kleidung: am liebsten Merino/Kunstfaser-Mischungen,
    sonst Bikeklamotten, die ich vom MTB habe, nix Rennradspezifisches
  • Flaschenhalter 2x, Edelstahlflaschen von Decathlon
  • Helm: Specialized Ambush mit Notfallsystem (zum Alleinfahren)

Bikepacking Teile

  • Taschen von Topeak und Ortlieb (die gibts noch nicht)
  • Topeak: Back Loader 15L, Frontloader 8L, Midloader 4,5L
  • Ortlieb: Forkpack 4.1 zur Montage an der Gabel
  • Bolt On Tasche auf dem Oberrohr: selbstgebastelt aus altem Schlauchtäschchen

Camping

Bezugshinweise

bergfreunde.de
globetrotter.de
bike-components.de
bunnyhopshop.de

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