Januar 17

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Durch die hohlen Wege im Land der 1000 Hügel

Von Peter

Januar 17, 2021


Um dem Wintertourismus etwas zu entfliehen, haben wir uns ein Wanderziel in der Nähe von Karlsruhe gesucht, wo wir definitiv noch nicht waren:

Verschiedene Hohlwege rund um Oberöwisheim, auf matschigem und lehmigem Untergrund, durchaus unterhaltsam und lehrreich, am Pfannwaldsee startend.

Bei gutem Winterwetter sind wir trotz der schneereichen Loipen und Wanderwege, die uns sehr gelockt haben, anders entschieden in den Kraichgau gefahren, um dort auf verschiedenen Wanderwegen den Tag zu verbringen.

Es ist eine Rundwanderung von ca. 10 km und wenigen Höhenmetern, die sich als echte Rutschpartie entpuppt, ganz ohne Schnee. Die Rede ist von Hohlwegen, die aus Lößboden bestehen und bei entsprechender Feuchtigkeit zu heftigen „Eiskanälen“ werden.

Wirklich beeindruckend ist die Galgenhohle, die mit 13 Metern die tiefste und mit 600 Metern die längste Hohle im Kraichgau ist. Daneben gibt es noch andere Hohlwege, die z.b. Altackerhohle oder Hirschhohle heissen, allesamt tolle aussergewöhnliche Wege. Man stelle sich die jahrhundertelange Bearbeitung durch Pferde und Menschen vor, die diese Wege geschaffen haben.

Die Herausforderung bei diesem Wetter besteht tatsächlich darin, auch den kleinsten Höhenunterschied fast auf allen Vieren hochzukriechen, da der irrsinnig glitschige Lößboden auch dem grobsten Sohlenprofil widerstehen kann. Also fast ein Slapstick. Von den wenigen Menschen, die uns dort begegnen, frage einige: wie weit ist es noch?. Das klingt nach mehreren Stunden oder Kilometern Wegstrecke, tatsächlich reden wir von 200m. Der Weg ist das Ziel fällt mir da ein oder so ähnlich. Wir haben leicht reden, da es für uns abwärts geht, notfalls auf dem Hosenboden.

Bergauf ist nahezu unmöglich, voranzukommen. Eine Familie mit zwei Kindern arbeitet sich zentimeterweise nach oben, auch im Hohlweg kann es recht lustig sein. Auf zahlreichen Infotafeln erfahren wir viel über die Bewohner der Hohlen, Insekten, Kleintiere, Vögel. Auch von einer WG zwischen Fuchs und Dachs wird berichtet, kaum vorstellbar. Im Bau herrscht Waffenruhe, so steht es auf dem Schild. Vor dem Eingang des Baus sehen wir eine grosse Abraumhalde mit aus dem Bau beförderten Boden, tatsächlich mit den frischen Krallenspuren eines Dachses.

An der Wanderhütte „Himmelreich“ stärken wir uns mit unseren mitgebrachten Köstlichkeiten und schauen von erhöhtem Standpunkt auf die Ebene, sozusagen das Gegenteil der hohlen Wege. Diese sind bei dem Rundweg geschickt aneinander gefügt, dazwischen immer wieder Blicke auf Wiesen und in die Weite. Die 10 km sind sehr abwechslungreich und wir beschliessen unseren Ausflug mit einer Besichtigung der „Sternwarte Kraichgau“, die auf Initiative einer Privatperson entstanden ist und gepflegt wird, Eine tolle Anlage, die wir im Rahmen einer Führung gerne nochmal besuchen werden, wenn Führungen wieder möglich sind.

Auch ohne Schnee kann man im Winter Schönes entdecken, was bleibt sind viele interessanten Eindrücke und einiges an Dazugelerntem. Natürlich haben wir auch einige Bodenproben in unserem Schuhprofil. Dieses werden wir Im Schnee des Schwarzwaldes wieder reinigen, darauf freuen wir uns.

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